Wir über uns

 Vorstand Kunsverein Soest Artothek Marina Sailer 2014 8 19 Inga Schubert Hartmann 2014 8 19 Friedhelm 2014 8 19 Dieter Gallenkamp
 
Inga Schubert-Hartmann
Der Kunstverein Kreis Soest e.V.
Wie es zur Gründung des Kreiskunstvereins kam
 
Am 28. April 1980 schrieb der Soester Stadtdirektor a.D. Dr. Gerhard Groot einen Brief an „alle Kunstfreunde des Kreises Soest“ mit der Bitte zu prüfen, ob sie grundsätzlich bereit sein würden, Mitglied in einem Kreis-Kunstverein zu werden. Als beispielhafte Tätigkeiten gab er an: jährliche Herausgabe eines Künstlerkalenders, Durchführung einer Jahresausstellung, Einrichtung einer Artothek, Veranstaltung von Vorträgen und Fahrten zu besonderen Ausstellungen, Herausgabe von Jahresgaben, Veranstaltung von Grafiker-Symposien (in Verbindung mit den Druckwerkstätten Kätelhön). Gerhard Groot selbst verstand sich als „Mittler und Helfer der Kunstfreunde und Künstler des gesamten Kreises Soest, also des Raumes Lippstadt genauso wie des Raumes Soest“. Dieser Idee vorausgegangen waren Treffen namhafter Künstlerinnen und Künstler des Kreises Soest zur Erstellung eines Künstlerkalenders, dessen Besonderheit es war, Originale zu präsentieren. Dr. Groot arbeitete eng mit dem damaligen Volkshochschuldirektor Dr. Hermann J. Meyer aus Soest zusammen, der bereits im Oktober 1980 zur Diskussion des ersten Satzungsentwurfs des neu zu gründenden Kunstvereins einlud. Am 25. März 1981 meldete der „Soester Anzeiger“ die erfolgte Gründung des „Kunstverein Kreis Soest“ durch 12 Künstler und Kunstfreunde im Haus Kätelhön in Möhnesee-Wamel. Vorsitzender wurde Dr. Gerhard Groot, der sich allerdings gleich ausbedingte, nur ein Jahr den Vorsitz übernehmen zu wollen. Seine Stellvertreter wurden Dr. Helmut Kauther (Soest) und Helmut Winkin (Möhnesee-Körbecke). Als Geschäftsführer fungierte Dr. Bernd Peter (Geseke) und als Schatzmeister Sparkassenleiter Horst Herbe (Bad Sassendorf). Besitzer wurden: Henner Kätelhön (Möhnesee-Wamel), Hermann J.Meyer (Soest), Ursula Heyn (Lippstadt), Harald Becker (Ense-Bremen), K. R. Jauns (Möhnesee-Körbecke), Jörn Schlund (Geseke), K.G. Schmidt (Bad Sassendorf) und Heinrich Trost (Lippstadt).
„ Jeder macht, was er will, keiner tut, was er soll, aber alle machen mit!“, so umriss Groot am 30. März 1981 vor bereits über 100 Interessierten die Aktivitäten des frisch gegründeten Vereins. Als Ziel wurde genannt, dass der Verein „jedem kunstinteressierten Bürger, allen Freizeit – und Hobbykünstlern ebenso eine Heimat bieten solle wie den gestandenen Profis“. In seinem Selbstverständnis verstand sich der neue Kreiskunstverein als Vertreter aller kunstinteressierten Menschen im Kreis Soest sowie der 14 Städte und Gemeinden. In der Tat gelang es Dr. Groot schon im ersten Jahr fast 400 Mitglieder zu gewinnen sowie eine Reihe von Städten und Gemeinden. Schon 1981 konnte er den damaligen Kultusminister Jürgen Girgensohn, mit dem er befreundet war, als prominentesten Besucher in die für die Region bedeutsame Ausstellung „Künstler des Kreises Soest“ – präsentiert im Arnsberger Kulturzentrum und im Wilhelm-Morgner-Haus – begrüßen. Auch zum im gleichen Jahr begonnenen Neubau des Curriculum-Landesinstituts am Paradieser Weg in Soest - ein gemeinsames „Kind“ von Dr. Groot und Jürgen Girgenson – wurden rege künstlerische Kontakte geknüpft. Den Künstlern des Kunstvereins wurde sogar ein Raum für ständige Ausstellungen in Aussicht gestellt. Zahlreiche Bilder von Künstlern der Region wurden zur Ausstattung der Räume angekauft.

Aktive und turbulente Jahre folgten
Schon der Auftakt war von vehementen Unruhen zahlreicher Künstler begleitet worden, die die Art der fast „heimlichen“ Gründung des Kunstvereins kritisierten. Turbulente Zeiten folgten.
Auch aus dem angekündigten baldigen Rückzug von Dr. Groot wurde nichts. 1982 gründete er mit großem Engagement die Artothek als gemeinsames „Kind“ von Stadt Soest und Kunstverein Kreis Soest. 1986 wurde erreicht, dass Kreistag und Kreisverwaltung 100.000 DM zum Erwerb von Werken einheimischer Künstler zur Verfügung stellten. Auch die Stadt Soest kaufte einige Arbeiten aus der Ausstellung junger Künstler im Kreise Soest für die eigene Sammlung an. Volksbank und Sparkasse unterstützten den Kunstverein großzügig. 1987 gründete der Kreis-Kunstverein die „Soester Malschule“, deren Leitung der Künstler Karl Richard Jauns zusammen mit den Kunstlehrerinnen Karin Steig und Gabriele Fuhlrott übernahm . Nach heftigen Auseinandersetzungen zwischen Jauns und Dr. Groot erfolgte die Herauslösung der Malschule aus dem Kunstverein. Das führte zeitweise zu dem Kuriosum , dass zwei Malschulen nebeneinander existierten.
Stetig entwickelte sich der „Kunstverein Kreis Soest e.V.“ - als gemeinnütziger Kunst und Kultur fördernder Verein anerkannt - weiter. Die Mitgliederzahlen stiegen. Auf Dr. Groot, der 1994 starb, folgte 1990 als neuer Vorsitzender der Studiendirektor Werner Schmidt (Soest) für 12 Jahre. Sein Nachfolger wurde der Werler Schulleiter Jürgen Drebber. Im März 2002 trat seine Nachfolge die damalige stellvertretende Bürgermeisterin Inga Schubert-Hartmann (Soest) an.

Der Kunstverein heute
Seit 32 Jahren trägt der Kreis-Kunstverein mit seinen Aktivitäten dazu bei, das kulturelle Profil der Region mitzugestalten. Dem Wandel der Zeit folgend setzte der Kunstverein immer wieder neue Akzente. Der Blick "über den Tellerrand" durch überregionale Austausche mit anderen Kunstvereinen und die Vermittlung von Künstlerkontakten zu den Partnerstädten von Soest, die Durchführung zahlreicher Kunstreisen und Ausstellungen, von Kunstkursen und "Workshops" und die Auslobung von Kunstpreisen sind Markenzeichen des Vereins geworden. Von der Kontinuität und Vielseitigkeit profitieren nicht nur die über 680 Mitglieder, sondern alle Kunst- und Kulturinteressierten in der näheren oder weiteren Region. Der Vorstand des Kunstvereins Kreis Soest wird von einem Beirat, der aus Künstlern und "Laien" besteht, unterstützt.

Über die aktuellen eigenen Veranstaltungen berichten die regelmäßig erscheinenden Rundbriefe. Mitglieder erhalten kostenlos das umfangreiche Jahresprogramm. Zu jeder der vielen Ausstellungen werden Einladungen versendet. Eine Homepage wurde eingerichtet.
Einen besonderen Schwerpunkt bilden die zahlreichen Kunstreisen und Kunstfahrten ins In- und Ausland. Kunstexpertinnen und Experten sorgen für interessante Führungen. Vorträge zu Themen aus Kunst und Kultur ergänzen das reichhaltige Programm.

Seit 2006 verfügt der Kunstverein Kreis Soest, oftmals auch Kreiskunstverein genannt, über einen eigenen Ausstellungsraum mit ca. 120 qm, dem "Kunstsaal" in der Klosterstraße 13 in Soest. Wie bei den Ausstellungen des leider von der Stadt Soest verkauften Kunstpavillons im Theodor-Heuss-Park in Soest ist es das Ziel, aktuelle bzw. experimentelle Positionen von Künstlerinnen und Künstlern aus der Region und darüber hinaus darzustellen. Der „Kunstsaal“ hat sich zu einem wichtigen Ort der Präsentation heimischer Kunst entwickelt. Die Zahl der Besucher bei den Vernissagen ist beachtlich. Die Anfragen nach einer Ausstellungsmöglichkeit erfolgen inzwischen aus ganz Deutschland
Jährlich plant und organisiert der Kreiskunstverein etwa 17 Ausstellungen, davon allein 10 im eigenen Kunstsaal, die Ausstellung „Mit spitzer Feder“ zusammen mit dem Kreis Soest im Foyer des Kreishauses“, zwei bis drei Ausstellungen im Kunstmuseum Wilhelm – Morgner – Haus, ein bis zwei Ausstellungen in der Kirche Neu-St. Thomä, eine Ausstellung in Herzberg, der Partnerstadt von Soest, und an anderen Orten mehr. In jedem Jahr schreibt der Kreiskunstverein mindestens eine thematisch orientierte Gemeinschaftsausstellung aus. Einen außergewöhnlichen Erfolg stellte die Ausstellung „Schätze aus Soester Wohnzimmern“ vor zwei Jahren da. Zahlreiche Exponate von bekannten und weniger bekannten Künstlern wurden aus Privathaushalten zur Verfügung gestellt. Da tauchten dann auch Otto Modersohns, Christian Rohlfs und Werke von Hans Kaiser aus Privatbesitz auf, aber auch ein vielleicht so manchem weniger bekannter Karl Rogall. Die Erinnerung an „vergessene“ Künstlerinnen und Künstler wach zu halten, die in der Region gewirkt haben, ist ein weiteres wichtiges Anliegen des Kreiskunstvereins. Das wird ein Schwerpunkt der nächsten Jahre werden. Es ist wichtig, Erinnerungen wach zu halten. Internationale Ausstellungen runden das Bild ab. Die Ausstellung „Metakom“ mit jüdischen, israelischen und heimischen Künstlern aus der Region erfolgte im Rahmen der „Jüdischen Kulturtage NRW“. Die Ausstellung „Barlach und Morgner – Vom Werden der Welt“ – eine Kooperation von Kreiskunstverein, Ernst Barlach Gesellschaft und Stadt Soest – stellte zweifellos ein Highlight in der regionalen Kunstgeschichte der letzten Jahre dar.
Der Kunstverein schreibt alle drei Jahre die jurierte Ausstellung „Die Erben Wilhelm Morgners – Hommage an einen Westfalen“ aus, verbunden mit dem Förderpreis des Kunstvereins Kreis Soest, dem "Simplizissimus-Preis", sowie einem Publikumspreis.
Die bereits seit sieben Jahren gemeinsam mit dem Kreis Soest durchgeführte Ausstellung „Mit spitzer Feder“ stellt eindrucksvoll grafisches Schaffen dar. Mit über 30 teilnehmenden Künstlern war diese Ausstellung im Jahr 2012 eine bedeutsame „Leistungsschau“ des Schaffens westfälischer Künstler in der Sparte Grafik.
Mit Herzberg/Elster, der Partnerstadt von Soest, kooperiert der Kunstverein Kreis Soest seit der Wiedervereinigung. Im Herbst eines jeden Jahres wird eine Künstlerin/ein Künstler aus der heimischen Region in der Galerie der Stadtbibliothek von Herzberg ausgestellt.
Zu weiteren Künstlervereinigungen und Kunstvereinen hat der Kunstverein engen Kontakt,
z.B. zum Künstlerforum Bonn, zur BGK in Wuppertal und natürlich zu den Künstlern der BEM Adam-Kaserne in Soest.

In Zusammenarbeit mit dem Kolping-Bildungswerk bietet der Kreiskunstverein seit 25 Jahren die "Soester Sommerakademie" unter Leitung von erfahrenen Künstlern an.
Seit bald 20 Jahren werden in der ersten Sommerferienwoche in NRW sechs Kunst-Sommerkurse für ca. 60 Kinder und Jugendliche unter Anleitung von Künstlerinnen und Künstlern im Kulturzentrum „Alter Schlachthof“ durchgeführt, erstmalig in 2012 auch im Rahmen des vom Land geförderten Projekts „Kinderkultur am Hellweg“.
Kunst-Aktionen und Projekten steht der Kunstverein Kreis Soest offen gegenüber. So führte er im Mai 2003 die Kunst-Demo "Trotzdem - Künstler für den Frieden mit mehr als 60 Künstler/innen in der BEM-Adam-Kaserne in Soest durch, ebenso eine Kunst-Aktion zusammen mit amnesty international im Jahre 2006.Der weit bekannte Performance-Künstler Malte Lück hat im Sommer 2013 seine beeindruckende Performance „leiben“ präsentiert.
Vor fast sieben Jahren hat der Kreiskunstverein den Betrieb der Artothek der Stadt Soest im Wilhelm-Morgner-Haus übernommen. Schon in der ersten Satzung des Kreiskunstvereins im Jahre 1981 war die Einrichtung einer Artothek erklärtes Ziel. Dieses Ziel hat der Kreiskunstverein auch über die Jahre nicht aus den Augen verloren und so kann die Artothek auf eine ganz besondere Erfolgsgeschichte zurückblicken. Von ca. 500 vorwiegend grafischen Werken wurden im letzten Jahr über 300 Werke an Bürgerinnen und Bürger in der ganzen Region ausgeliehen. Über 50 neue Werke kamen hinzu. Sie wurden von Künstlern geschenkt, angekauft, aus Nachlässen angeboten oder als Leihgaben von Privatpersonen zur Verfügung gestellt.

Worin die Stärke eines Kunstvereins liegt
„Als sich im 19. Jahrhundert Kunstvereine bildeten, war das ein Zusammenschluss von verantwortungsbewussten Bürgern, die sich gemeinsam fördernd und beratend, außerhalb der eigentlichen Verwaltung eines Gemeinwesens um künstlerische, kulturelle Belange kümmerten“, schrieb der unvergessene Henner Kätelhön 1980 in einer Gedankenskizze zur Gründung des neuen Kunstvereins. In der Tat ist es bis heute eine der Stärken von Kunstvereinen, dass sie relativ „autark“ agieren können. Deswegen zeigt der Kreiskunstverein in seinem Kunstsaal immer wieder unterschiedliche Sparten der Kunst, neue Positionen oder Werke in einer Experimentierphase. Junge Künstlerinnen und Künstler werden bestärkt und gefördert in ihrer Entwicklung. Betrachter und Künstler treten in einen fruchtbaren Dialog. Durch jurierte Gemeinschaftsausstellungen wird das künstlerische Niveau hochgehalten. Kunst muss anspruchsvoll sein und bleiben. Kunstvereine leisten anerkanntermaßen eine hervorragende Kulturarbeit in ihren jeweiligen Gemeinwesen. Das tut zweifellos auch der Kunstverein Kreis Soest seit über 30 Jahren und ist damit zu einer Säule von Kunst und Kultur in der Region und weit darüber hinaus geworden.
Da Kunstförderung so ganz ohne Geld nicht auskommt, freut sich der Kunstverein Kreis Soest über jedes fördernde und/oder aktive Mitglied. Der Kunstverein Kreis Soest erhält keine öffentlichen Mittel.
Für einen Beitrag von 30,- Euro (Familienangehörige 20,- Euro, Schüler/innen und Studenten/Studentinnen, sowie junge Künstler bis zu 25 Jahren 15,- Euro) kann jeder Mitglied werden.

Kontaktdaten: Kunstverein Kreis Soest e.V., Klosterstr. 13, 59494 Soest, Tel. 02921/666346, Fax 02921/666329, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.kunstverein-kreis-soest.de

Öffnungszeiten des Kunstsaals:
mittwochs 15.00 – 18.00 Uhr
donnerstags 18.00 – 20.00 Uhr
samstags 11.00 –13.00 Uhr

Öffnungszeiten der Artothek im Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus:
mittwochs 15.00 – 17.00 Uhr
samstags 11.00 – 13.00 Uhr